Generell sind die jedweiligen Bauordnungen einzuhalten!

Gesetzliche Bestimmungen Wien
Aufzüge-Sicherheitsverordnung 2015 – ASV 2015
Wiener Aufzugsgesetz 2006 – WAZG 2006 (LGBl. Nr. 68/2006)
Bauordnung für Wien (§ 68 und § 111)
Bauarbeitenkoordinationsgesetz – BauKG (BGBl. 37/1999)
Wr. Veranstaltungsstättengesetz LGBl. für Wien, Nr. 4 vom 3.03.1978, LGBl. für Wien, Nr. 8 vom 24.02.1995

(Sämtliche Gesetze in der jeweils geltenden Fassung)

Wr.Bauordnung WBO §111- Fahrkorbgröße

§68 (5) Die Bestimmungen für Personenaufzüge über die Fahrkorbabmessungen, über die Verbindung aller Geschoße, über die Anordnung von Haltestellen in jeder Ebene eines Gebäudes, in der sich die einzigen Zugänge zu Wohnungen bzw. Betriebseinheiten befinden sowie über die vor Aufzugsschachttüren notwendigen Bewegungsflächen (Wendekreise für Rollstuhlfahrer) sind bei nachträglichen Aufzugseinbauten bzw. Aufzugszubauten sowie bei nicht zwingend notwendigen Personenaufzügen nicht anzuwenden, wenn andernfalls auf Grund örtlich gegebener Verhältnisse ein Personenaufzug nicht errichtet werden könnte oder durch den erforderlichen Aufzugs-schacht Belichtungs- und Belüftungsverhältnisse von Wohnungen beeinträchtigt würden oder die Einhaltung dieser Bestimmungen einen unverhältnismäßigen Aufwand erforderte.

§111 (1) In Gebäuden mit mehr als zwei Hauptgeschossen … müssen alle Geschosse, auch Kellergeschosse und Geschosse, die Garagen enthalten, sowie Dachgeschosse  …. miteinander durch Personenaufzüge verbunden sein …

(6) Schachttüren und Fahrkorbtüren sind als maschinell betätigte Schiebetüren auszubilden; sie müssen eine lichte Breite von mindestens 90 cm haben.  ….. dürfen eine lichte Breite von 1,10 m und eine lichte Tiefe von 1,40 m nicht unterschreiten (= Fahrkorbgröße).

Wr.Aufzugsgesetz WAZG2006:

Für die Errichtung oder Änderung von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen ist gemäß den Bestimmungen des Wiener Aufzugsgesetzes 2006 (WAZG 2006) keine Baubewilligung oder Kenntnisnahme mehr erforderlich.

Achtung:  Der Schacht selbst ist zu bewilligen!

Bei der Errichtung oder wesentlichen Änderung von Anlagen ist der Behörde nach deren Fertigstellung, aber noch vor der Inbetriebnahme von der Betreiberin oder vom Betreiber der Anlage lediglich eine Anzeige gemäß § 7 des WAZG zu erstatten. Ob es sich um eine wesentliche Änderung handelt, ist von der Art und dem Umfang abhängig. Die wesentlichen Änderungen sind in § 3 des WAZG aufgelistet. Bei allen anderen Änderungen entfällt auch die Verpflichtung einer Anzeige.

Vorprüfung:
Durch eine Aufzugsprüferin oder einen Aufzugsprüfer ist eine Vorprüfung der Unterlagen (Pläne, Beschreibungen, statische Vorbemessung) für die Errichtung oder wesentliche Änderung von Anlagen durchzuführen. Erst nach Vorliegen eines positiven Gutachtens über diese Vorprüfung gemäß § 5 des Wiener Aufzugsgesetzes 2006 (WAZG 2006) darf mit der Errichtung oder wesentlichen Änderung der Anlage begonnen werden.
Ob es sich um eine wesentliche Änderung handelt, ist von der Art und vom Umfang abhängig. Die wesentlichen Änderungen sind in § 3 WAZG aufgelistet. Bei allen anderen Änderungen entfällt auch die Verpflichtung einer Anzeige.

Abnahmeprüfung nach Fertigstellung:
Nach Fertigstellung ist die Anlage einer Abnahmeprüfung gemäß § 6 WAZG durch eine Aufzugsprüferin oder einen Aufzugsprüfer zu unterziehen. Darüber ist ein Gutachten über die Abnahmeprüfung zu erstellen.

Anzeige vor Inbetriebnahme:
Bei Errichtung oder wesentlicher Änderung ist der Behörde noch vor Inbetriebnahme eine Anzeige gemäß § 7 WAZG zu erstatten. Der Anzeige sind geprüfte Unterlagen (Pläne, Beschreibungen, statische Vorbemessung gemäß § 4 WAZG, versehen mit einem Prüfvermerk der Aufzugsprüferin oder des Aufzugsprüfers) und das Gutachten über die Abnahmeprüfung beizulegen. Erst nach Erstattung der vollständig belegten Anzeige ist der Betrieb der Anlage zulässig.

Aufzugsnorm

Für die Aufzüge selbst gilt die Önorm EN81-1 (Seilaufzug) bzw. 2 (Hydraulik).

Achtung: beide Normen werden durch die EN81-20 ersetzt!

Viele Details sind ähnlich, bei Unsicherheit fragen sie einen Experten

Einige relevante bauliche Auszüge aus der ÖNorm.

Schacht:

Jeder Schacht muss vollständig von vollwandigen Wänden, Boden und Decke umwehrt sein. Es sind nur folgende Öffnungen zulässig: Schachttüren, unerlässliche Wartungs- und Nottüren, Gas-, Rauch- u. Entlüftungsöffnungen, sowie erforderliche Durchbrüche zu Triebwerks- und Rollenräumen. Wenn der Schacht keine Brandabschnitte überbrückt, kann die Höhe der vollwandigen Umwehrung auf 2,5 m begrenzt werden. Bei Umwehrungen von über 2,5 m kann ab dieser Höhe unter anderem auch Maschengitter verwendet werden.

An der Zugangsseite zum Fahrkorb kann die Höhe der vollwandigen Umwehrung auf 3,5 m begrenzt werden, ist jedoch vorzugsweise über die gesamte Fahrbahn vollwandig herzustellen.
Nottüren sind erforderlich, wenn Schachttüren mehr als 11 m auseinander liegen und bei mehreren Fahrkörben keine Notüberstiegstüren vorhanden sind.

Der Schacht muss im Schachtkopf durch Lüftungsöffnungen mit einem Mindestquerschnitt von 1 % des Schachtquerschnitts oder min. 300 cm² entlüftet werden. Wenn der Schacht verschiedene Brandabschnitte miteinander verbindet, muss der Lüftungsquerschnitt min. 2,5 % des Schachtquerschnitts oder min. 1000 cm² betragen. Bei oben liegenden Triebwerks- oder Rollenräumen erfolgt die Entlüftung über die Schachtdecke und in weiterer Folge über den Triebwerksraum. Der Schacht muss aus nicht brennbaren, dauerhaften Materialien bestehen.

Schächte sollen möglichst nicht über Räumen liegen, die für Personen zugänglich sind.

Bei einem gemeinsamen Schacht für mehrere Aufzüge muss im unteren Teil des Schachtes eine Abtrennung zwischen den sich bewegenden Teilen der verschiedenen Aufzüge bis zu einer Höhe von 2,5 m über dem fertigen Fußboden der untersten Haltstelle vorhanden sein. Darüber hinaus ist die Abtrennung über die volle Schachthöhe erforderlich, wenn der Abstand zwischen Fahrkorbkante und dem nächsten sich bewegenden Teil des benachbarten Aufzuges geringer als 0,3 m ist.

Die erforderlichen Höhen bzw. Maße von Schachtkopf und Schachtgrube sind von mehreren Daten wie Kabinenhöhe, Kabinengrundfläche, Sicherheitsquader, Geschwindigkeit, Tragkraft, Lage des Triebwerksraums und Konstruktion des jeweiligen Aufzugs abhängig.

Aufzugsfremde Einrichtungen dürfen sich nicht im Schacht befinden.

Schachtwände und -türen an den Zugangsseiten zum Fahrkorb müssen über die gesamte Breite des Fahrkorbes eine durchgehende Fläche bilden (ausgenommen Zugangs-Türspalt). Der Abstand der Fahrkorbtüren darf zwischen Schachtwand und Fahrkorbschwelle nicht mehr als 0,15 m betragen.

Triebwerks- und Rollenräume:

Das Triebwerk muss in einem vollwandig, geschlossenen, eigenen Raum untergebracht sein, der nur Befugten zugänglich ist. In diesem Raum dürfen sich keine aufzugsfremden Nutzungen oder Teile (Leitungen) befinden.

Triebwerks- und Rollenräume sowie deren Zugänge sind ausreichend zu beleuchten. Sie sollen möglichst über Treppen und nicht über Leitern erreichbar sein. Der Zugang darf nicht durch Privaträume führen. Um den Transport schwerer Aufzugsteile über Treppen zu vermeiden, ist auf Triebwerksraumbodenniveau eine Montageöffnung vorzusehen.

Die erforderliche Raumgröße hängt von den Konstruktionsanforderungen und genormten Wartungsflächen ab.

Die Höhe des Triebwerksraumes muss ab Unterkante Lasthaken bzw. Träger mind. 2,1 m betragen. Die Beleuchtung muss am Boden 200 Lux betragen, die Temperatur muss zwischen + 5° C und + 40° C liegen. Entsprechend der abzuführenden Wärmemenge ist eine Triebwerksraumlüftung von min. 300 cm² Querschnitt direkt ins Freie vorzusehen.

Die Türe zum Triebwerksraum muss feuerhemmend EI2-30C ausgeführt und von innen ohne Schlüssel zu öffnen sein. Bei Einschubtreppen ist ein lichter Durchstieg von min. 0,8 x 1 m mit einer Belastbarkeit von min. 200 kg erforderlich. Die Treppe muss ebenfalls von innen ohne Schlüssel zu öffnen sein.
Aufzugstüren (Kabinen- und Schachttüren):

Es sind nur mehr Aufzüge mit Kabinentüren zugelassen.

Achtung:   Mit der Einführung der EN81-20 (löst die EN81-1/2 spätestens am 2017-08-31 ab)  ändern sich die Anforderungen an die Standflächen am Fahrkorbdach und in der Schachtgrube. Es sollte daher heute schon bei Planungen von Neuanlagen darauf Rücksicht genommen werden.  Je nach Platzverhältnissen (ob sich eine Person auf die Knie oder in die Hocke begeben kann oder stehen muss) kann die Höhe der Schutzräume bis zu 2,0 + 0,035 v2 [in m] betragen. Auf dem Fahrkorbdach muss angeben werden, wie viele Personen sich bei Wartung bzw. Prüfung auf dem Fahrkorbdach aufhalten dürfen.