Langsam aber sicher wandert der Aufzug in das Internet. Neue Begriffe tauchen auf wie „Service Level Agreement“, „Internet der Dinge (Internet of Things, IoT)“ oder  „Cloud-Technologie“.

Betrachten wir zuerst mal unsere heutigen Wartungen. Die heutigen Wartungen (Basis- oder Vollwartung) sind fast alle „reaktive Wartungen“.

  • Service und Wartung innerhalb fester Intervalle (Fahrtenanzahl/Zeit)
  • Schienen schmieren, Öl wechseln etc.
  • Instandsetzung nach Ausfall, mit unplanmäßige Verzögerungen

Wartungsintervalle und Häufigkeit werden aufgrund von Erfahrungen und Tabellen festgelegt. Bei vorbeugenden Maßnahmen legt der Servicetechniker aufgrund seiner Erfahrung die zu erneuernden Teile fest, d.h. gute Teile die noch halten, werden ersetzt andere nicht erkannt.

Errichterfirmen, Betreiber, Hausverwalter und Benutzer sind leider nicht die selben und haben unterschiedliche Interessen. Bei der Errichtung muss alles billig sein, die Betreiber wollen die Betriebskosten gering halten, der Benutzer will keinen Ausfall.

Die Basis-Wartung wird als reaktive Wartung ihren Bestand weiter haben.

Service Level Agreement-Verträge werden den Verfügbarkeitslevel definieren, wie wichtig ist der Betrieb der Anlage (96%, 98.5% oder 99%).

Zuerst ist mal zu klären wie definiert man die Verfügbarkeitsrechnung gerecht.

Es wird bei einem 24h-Betrieb mindestens eine Verfügbarkeit von V = 98,5% gefordert. Als verfügbare Zeit gilt generell jene Zeit, ab der die Anlage tatsächlich dem Benutzer zur Verfügung steht. Zeiten für vorbeugende Instandhaltung sowie die Zeitdauer ab Meldung der Störung bis zu deren Behebung gilt demnach als Nichtverfügbarkeitszeiten. Die Stillstandszeiten für die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung und Überwachung und im Falle von Störungen des Betriebes durch Vandalenakte (Nachweispflicht obliegt dem Auftragnehmer) sind ausgenommen und es werden diese Zeiten von der theoretischen Jahresstundenzahl als nicht relevante Zeiten abgezogen. Geplante Reparaturen, welche mit dem Auftraggeber vereinbart werden, fallen nicht in die Verfügbarkeit. Bei Nichteinhaltung sind auch Pönalen zu fordern.

Prävention statt Reaktion:
Mithilfe von Cloud-Technologie können Techniker viele Sensoren überwachen, um Informationen zur Temperatur des Antriebsmotors, Steuerungseinstellung, Geschwindigkeit, Türfunktion und vielem mehr zu erhalten. Sie können so z.B. eine Vielzahl von Daten in Echtzeit abrufen, die u.a. eine schnellere Fehlerbehebung oder beschleunigte Notfalleinsätze ermöglichen.
Weiters ermöglicht die Cloud-Technologie jederzeit den gesicherten Zugriff auf alle Wartungsdaten und Serviceinformationen der Anlage – deren Verfügbarkeit und Leistung, den angefallenen Reparaturaufwand und alle erbrachten Serviceleistungen. Neue Systeme oder Komponenten melden ihren Zustand, sodass sie rechtzeitig repariert oder ausgetauscht werden können.

Zustandsorientierte und proaktive Wartung durch Cloud-Technologie:

  • erhöhte Anlagenverfügbarkeit ist möglich
  • geplante und kürzere Ausfallzeiten
  • Überwachung des Verschleißes
  • absehbare Defekte im Vorfeld verhindern
  • effiziente Ausnutzung des Materialvorrates
  • Planung der mobilen Einsätze der Service-Teams
  • vorbeugende und gezielte Schwerpunktswartung

Wartung 2025 – vorbeugend intelligent cloud-basierend:
Eine Erhöhung der Servicequalität, eine Verringerung der Ausfallzeiten der Anlagen und allgemein mehr Transparenz für Kunden und Servicetechniker. Darüber hinaus sind über die Cloud-Technologie zahlreiche statistische Daten verfügbar, dazu zählen beispielsweise „Fahrtenzähler“, „Betriebsstunden“ oder „Temperatur“ etc.
Was in der Theorie so einfach klingt, verlangt in der Praxis komplizierte Software-Abstimmungen und auch die passenden Komponenten dazu. Die Aufzugskomponenten müssen erst einmal lernen miteinander zu kommunizieren.

Mit Hilfe der CANopen-Lift-Technik ist der erste Schritt in die Zukunft getan.

Bei CANopen-Lift handelt sich um ein offenes standardisiertes Protokoll, um die Kommunikation der, im Aufzugbau und in der Aufzugsteuerung beteiligten Baugruppen, zu vereinheitlichen. Dadurch können Baugruppen und Komponenten unterschiedlicher Hersteller, die auf CAN-Bus-Systemen basieren, zu einem Gesamtsystem zusammengestellt werden.